Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2011, Nr. 264, S. 33
Peter Hoffmann rehabilitiert den Widerständler
LONDON, 11. November
Wenn ein gestandener Historiker und Kenner der deutschen Widerstandsbewegung wie Peter Hoffmann von der McGill University in Montreal ein Buch schreibt über eine derart heikle Frage wie Carl Friedrich Goerdelers Einstellung zur "Judenfrage", würde man meinen, dass dies in Deutschland auf lebhaftes Echo träfe. Umso mehr, als es um den führenden Kopf der bürgerlichen Opposition eine lange Kontroverse gab. In seiner umstrittenen Denkschrift "Das Ziel" hatte Goerdeler Vorstellungen über eine gesetzliche Regelung der "Judenfrage" formuliert, die ihm sogar den Vorwurf des Antisemitismus einbrachten - von Historikern wie Christof Dipper und Hans Mommsen.